Wie alles Begann

Im Jahr 2011 beschlossen meine bessere Hälfte und ich, Ringe auszutauschen und den -gar nicht mal so heiligen – Bund der Ehe einzugehen. Wir haben uns das für Sommer 2012 fest eingeplant und fingen an alles zu organisieren. Irgendwann stellten wir uns die Frage, was denn passiert wenn man erst einmal geheiratet hat und ob dann nicht zwangsläufig auch die Produktion von Ableger anstehen müsste. Die positive Antwort (nicht gleich aber später) darauf führte zur der Frage, wo man mit dem Nachwuchs wohnen wollen würde.

Kurzer Einschub: Wir sind beides nur zugezogene Münchner, die das Stadtleben vorher und dann in München schon in ganzen Zügen genossen haben. Trotzdem fiel es uns sehr schwer, uns in dieser Stadt mit Kindern vorzustellen. Nicht weil die Stadt per se ungeeignet wäre, sondern weil es schlicht nicht bezahlbar wäre. Eine zentrale – denn nur dann hat man ja die Vorteile der Stadt – 4-5 Zimmer Wohnung, würde ein Budget aufzerren, das selbst auf den höheren Stufen der Karriereleiter nur schwer zu verdienen ist.

Also wieder zurück zur Vorgeschichte. Deshalb haben wir uns schon im frühen Stadium in immer größere werdenden Radien in Münchens Umland umgeschaut. Schließlich haben wir festgestellt, dass man im Osten und Nordosten noch die Normalverdiener freundlichsten Preise sieht. Und so fanden wir unser „Traumhaus“ (heute wissen wir, es war nicht das Traumhaus) in Moosburg. Eine Doppelhaushälfte mit 150qm Wohnfläche, effizient verteilt auf 4 Geschosse. Gebaut von einem lokalen Bauträger in guter Tradition, vernünftig ausgestattet und architektonisch keine Ausgeburt von Hässlichkeit. Es war Ok.

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Gut, das Grundstück hatte mit 230 qm seinen Namen nicht verdient, die Küche war mit 6qm ein ganz klein wenig klein und auch das Wohn-/Esszimmer mit knapp 30qm war nicht unbedingt großzügig dimensioniert. Aber es wahr bezahlbar, die Fahrtzeit nach München ist zu verkraften und es sollte mittelfristig eine S-Bahn Anbindung gebaut werden. Wir beschlossen zu kaufen. Die Bank(en) hatte allerdings was dagegen, meine Frau in der Probezeit und mich als Freelancer – wenn auch mit tollem Einkommen – trotz 30% Eigenkapital ,zu gewinnen. Kurz es wurde nichts draus.

Also wurden die Suchassistenten bei Immoscout und Immonet am Leben erhalten und weiter gesucht.  Über 2,5 Jahre, in denen sich auch beruflich viel verändert hat, die Ringe getauscht wurden und der Nachwuchs nicht gezeugt wurde, gab es nur Angebote für Häuser und Grundstücke, die meine nicht vorhandenen Haare ergrauen ließen. Doch im November machte ich mir die Mühe und schaute mir die Bahnlinien in der Gegend von Landshut genauer an. Dabei machte ich die Entdeckung, dass der kleine Ort Ergoldsbach einen Bahnhof hat und es eine regelmäßige Regionalbahn Verbindung nach München gibt. Fahrtzeit eine Stunde, das geht doch dachte ich mir. Nach Landshut fährt man 10 Minuten, der Ort hat eine Infrastruktur und so suchte ich direkt nach Häusern und Grundstücken. Und ich fand letzteres. Vollerschlossene 555qm in einem gepflegten Neubaugebiet mit Wäldern und Hängen (was das bedeutet ahnte ich noch nicht ganz) drum herum, zu einem Preis, für den man im 30km Radius um München maximal 100qm bekommen hätte. Und das ganze ohne Bauträger Bindung.

Da muss man zuschlagen. Direkt mal Besichtigung, Gespräche mit dem Verkäufer (die Baufirma am  Ort) und dann versucht bei verschiedenen Hausherstellern grobe Informationen zu Baukosten einzuholen, um die Finanzierbarkeit zu prüfen. Grob sah das gut aus. Bauchschmerzen macht nur die Hanglage, das ist ohne Grundgutachten und genauere Planung nicht zu kalkulieren. Volles Risiko und Puffer einplanen, passt immer noch.

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Im Dezember 2014 ließen wir uns den Vertragsentwurf schicken und prüften diesen über Weihnachten. Und dann kam der Notartermin: 8. Januar 2015. Ein lustiger Notar verlas den Vertrag, wir unterschrieben und fuhren stolz nach Hause. Der erste Schritt war gemacht. Wir haben ein Grundstück im (relativ) schönen Ergoldsbach.

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