Tag 15 – Abnehmen und Eigenleistungen

1 Aug

Gestern morgen konnten wir auf dem Weg zu Baustelle, unsere „Fassadenfarbe“, eigentlich ist das ein „Prigrol Schwedenwachs“ in silbergrau, abholen. Das hat also trotz Lieferproblemen auf den Punkt gepasst.

Als wir gegen 9 Uhr auf die Baustelle kamen, waren unsere Allsend Leute quasi schon so gut wie weg. Alles war aufgeräumt und verladen und wir machten den obligatorischen Rundgang zur Abnahme. Echte Mängel gab es keine – dann bekamen wir die wichtigsten Wartungshinweise für das Blockhaus erzählt.

Setzung:

Ein Blockhaus setzt sind in den ersten 4-5 Jahren ein Stück, wie viel ist abhängig vom Holz der Blockbohlen. Wir haben laminierte Fichtenbohlen, die werden sich wahrscheinlich ca. 6cm setzen. Dafür gibt es im Haus einige Spannstangen, die dann nachgezogen werden müssen, damit die Bohlen schön stramm sitzen. Außerdem gibt es an den Stützen justierbare Balkenschuhe. Ein stehender Balken verändert im Gegensatz zum Rest des Hauses seine Höhe nicht und daher muss er bei Bedarf runter gelassen werden. Das geschieht mit einem Maulschlüssel und etwas Kraft.

Aufgrund der Setzung müssen Trockenbauwände, Treppengeländer, Fenster und Türen am oberen Teil des Bauteils nicht fest mit dem Holz der Blockbohlen verbunden werden, sondern über Rutschleisten. Klingt kompliziert, ist es eigentlich aber nicht. Zur Rutsch- oder T-Leiste wird eine Leiste, wenn man sie unten fest an einem oder mehreren Punkt montiert und an den oberen vertikale Schlitze sägt und die Leiste dann durch den Schlitz mit einer Schraube und Unterlegscheibe anschraubt.

Das heisst aber zum Beispiel, dass Fenster nicht mit Bauschaum oder Dichtmasse fest mit dem Holz verbunden werden dürfen, sondern mit einer flexiblen Dichtung. Sonst würde es schnell reissen und undicht werden.

Fenster dämmen, Hand anlegen am Haus

Kommen wir zur ersten Eigenleistung am Haus selbst (Ok – der Schornstein gehört eigentlich auch zum Haus, oder). Fenster Dämmung einbauen. Das Material kam von Allsend:

Stopfhanf
Wigluv Klebeband für außen

Außerdem benötigt man einen Akkuschrauber und einen scharfen Cutter.

1. Leisten an der Fassade abschrauben und ggf. lackieren (übrigens auch auf der Seite, die an die Wand geschraubt wird)

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2. Man sieht zwischen der Bohle und dem Fenster jetzt die T-Leiste. Und den Zwischenraum und der Raum über dem Fenster muss mit Hanf ausgestopft werden.

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3. Jetzt muss die Winddichtigkeit hergestellt werden. Dafür nehmen wir das Klebeband, das höllisch klebt und einige Jahre halten wird und kleben es über die gerade gestopften Bereiche.

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Wenn die Leisten getrocknet sind, kann man sie wieder in den alten Löchern befestigen. Man kann natürlich auch erst die Fassade streichen und dann die Leisten fest machen.

Die Arbeit geht an sich gut von der Hand. Schwierig sind Fenster im Dachgeschoss, denn auch hier sollte von außen gearbeitet werden. Leiter, Akkuschrauber, Hanf und Klebeband in 8 Metern Höhe, da braucht man etwas Mut 🙂

Heute werden wir die Nordseite zunächst mit Holzschutzgrund behandeln und dann wachsen. Vorher mach ich aber noch die letzten Fenster fertig.

Außerdem: Die Stützmauer ist fertig! Endlich, juhu, jaaaa. Kein Beton mehr schleppen und anrühren. In Zahlen ausgedrückt, haben wir ca. 400 Säcke zu 30 KG (ca. 15 Liter) Beton von Hand angerührt und in die Schalsteine gefüllt. Das sind also 12 Tonnen, die wir bewegt haben und 6 Kubikmeter Beton… Allen Unkrufen zum Trotz ist das anstrengend aber machbar. Den Beton liefern zu lassen wäre keine Option gewesen. Dann hätte wir für 2-3 Einsätze eine Pumpe gebraucht und jeweils Mindermengen Zuschlag bezahlt. Der Beton hat so etwas 1000,- gekostet, im anderen Fall ca. 3000,- Euro.

 

4 thoughts on “Tag 15 – Abnehmen und Eigenleistungen

  1. Oh Mann, ich kriege jedes mal einen trockenen Mund, wenn ich die Zahlen in Euren berichten lese…Die Schlepperei, die Zeit, die Höhen, das, was noch so vor Euch liegt: Meine Hochachtung, in Gedanken bin ich viel auf dem Bau 🙂

  2. Hallo Jackie & Daniel,
    darf ich mal fragen warum Ihr die Fenster so von außen abgedichtet habt und die Leisteninnenseiten auch lackiert habt? Wurde das so vom Hersteller empfohlen?
    Habt Ihr innen auch abgeklebt? Oder könnte theoretisch die warme Innenraumluft in die Hanfabdichtung hinein diffundieren?
    Besten Dank schonmal & viele freundliche Grüße
    Sonja.

  3. Hallo Sonja!
    Wir haben die Fensterleisten außen auf beiden Seiten lackiert. Die Fenster haben wir lackiert bestellt. Es sind die zweifach verglasten Holzfenster. Wir haben von außen mit Hanf gestopft und dann verklebt. Da das Klebeband nur Fensterlaibung und Rutschleisten abdeckt, gibt es kein Problem mit den Nuten der Blockbohlen… Die warme Raumluft kann in den Hanf ziehen. Das sollte aber auch unproblematisch sein. Kalt wird es erst Richtung Klebeband aber bis dahin ist die Luft hoffentlich nicht mehr so warm. Also Bildung von Kondenswasser würde ich eigentlich ausschließen…
    Viele Grüße,
    Daniel

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