Eine Frage der Heizungstechnik

Wie man heizen möchte ist wahrscheinlich eine emotionaler diskutierte Frage, als die nach der Ernährung oder der Religion. Zur Debatte stehen Gasheizung, Erdwärme oder Luftwärmepumpen in verschiedenen Ausprägungen, Blockheizkraftwerke, Pelletheizungen, Holzvergaser und noch viel mehr.

Bezahlbar sind aktuell eigentlich nur Luftwärmepumpen und Gasbrennwertthermen mit Solarunterstützung (übrigens gesetzlich vorgeschrieben). Die verschiedenen Technologien haben teilweise handfeste Nachteile.

 

Luftwärmepumpe

Bei der Luftwärmepumpe (LWWP) wird der Luft Wärme entzogen und dem Heizkreislauf zugeführt. Das Prinzip ist mit der Kälteerzeugung im Kühlschrank verwandt. Aktuell ist es wohl die günstigste Art mit einer Zentralheizung zu Heizen. Zumindest was die Anschaffung betrifft. Die Effizienz ist allerdings umstritten,  rechnerisch kommt es immer ganz gut hin in der Realität ist das Ergebnis relativ verteilt. Es gibt viel Spielraum bei der Konfiguration und die Fehleranfälligkeit ist ziemlich hoch.

Dazu gesellen sich laute Aggregate, die auch mal wahlweise Nachbarn oder die eigenen Schlafzimmer beschallen. Verkäufer – die diese Technik anbieten müssen, weil sonst ihre Preise nicht konkurrenzfähig sind, preisen die LWWPs gen Himmel. Laut sind die Geräte nicht mehr und effizient sowieso. Strom ist ja so günstig…

Das Risiko eine nicht effizient arbeitende Anlage zu bekommen ist uns zu groß. Deshalb wollen wir keine LWWP haben!

 

Erdwärmepumpe

Es gibt verschiedene Ausführungen: Mit Tiefenbohrung oder mit Oberflächennahen Kollektoren (Flächenkollektoren, Körbe, Gräben). Die Herstellungskosten sind deutlich höher als bei der LWWP dazu kommt, dass die Anlagen Genehmigungspflichtig sind. Die Effizienz ist, wenn die Bodenverhältnisse stimmen (lehmiger Untergrund), gut. Die Anlage arbeitet relativ geräuschfrei.

Aufgrund der Kosten haben wir uns dagegen entschieden.

 

Andere Alternative Pellet, Blockheizkraftwerk, Scheitöfen usw.

Super spannendes Thema. Aber entweder zu intensiv, was Platzbedarf betrifft und/oder zu teuer in der Anschaffung. Würden wir in 10 Jahren bauen, würden wir wahrscheinlich ein autarkes Haus mit Miniblockheizkraftwerk und entsprechender Speichertechnologie bauen. Aber momentan ist das noch zu teuer und eigentlich auch wenig ausgereift.

 

Gasbrennwerttherme

Aufgrund der gesetzl. Solarunterstützung relativ teuer in der Anschaffung. Dafür aber bei den Betriebskosten kaum zu schlagen, Gas ist günstig und wird es auf absehbare Zeit auch bleiben. Die Markenhersteller liefern ausgereifte Technik zu guten Preisen. Viel schief gehen kann da nicht. Nachteil: Man benötigt ein Abgasrohr. Das kann man außerhalb des Hauses als Edelstahlrohr ausführen oder innerhalb des Hauses als Kunststoffrohr. Kostet beides Geld. Weiterer Nachteil: Stellt Herr Putin die Gasversorgung des Westens ein, reichen unsere Lager nicht unbegrenzt.

Wir glauben, dass wir mit der guten alten Gasheizung am wenigsten falsch machen. Falls das Gas abgestellt wird, haben wir immer noch einen Kamin, mit dem wir unsere Hütte wärmen können.

2 thoughts on “Eine Frage der Heizungstechnik

  1. Eure Beurteilung finde ich klasse 😉 Ging uns sehr ähnlich! Im Nachhinein – nach aktuell 4 Monaten Wohnzeit – muss ich sagen, die Entscheidung war goldrichtig. Wenn ich mich in der Umgebung umschauen haben viele Bauherren eine LWP gebaut und die Lüfter sind oftmals deutlich zu hören.

    Oder das Blech scheppert, was für mich für eine nicht optimale Verarbeitung spricht. Ich denke LWP sind noch nicht vollkommen ausgereift.

    Habt ihr auch die laufenden Kosten in eure Betrachtung einbezogen? Mir wurde gesagt, dass die LWP auch nur etwa 15 Jahre halten und dadurch amortisiert sich die Heizung nicht so schnell!

    • Hallo – danke 🙂 Wir sind bisher auch sehr zufrieden… Aber ich denke die Gastherme wird nicht ewig halten und der Schornsteinfeger will auch regelmäßig sein Geld haben. Am Ende war bei den Kosten trotzdem gleichstand. Wäre die Speichertechnologie etwas erschwinglicher und insgesamt kompakter, hätte das auch anders aussehen können. Die Unabhängigkeit von den Versorgern wäre echt spannend gewesen. Lautstärke und Komfort sind bei Gas tatsächlich auch besser, zum Glück gibt es in der Nachbarschaft keine LWP.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.